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Zeichnen von Skizzen

18. Sept.
15 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Sept.




Allgemeines


Skizzen im sportlichen und

jagdlichen Schießen

Die Grundfertigkeiten beim Erstellen einer Skizze sind unabhängig von ihrem späteren Verwendungszweck zunächst gleich. Linien, einfache Formen, Größenverhältnisse, Perspektive, Schraffuren, markante Bezugspunkte und eine eindeutige Beschriftung bilden die Grundlage.

Der Unterschied liegt vor allem darin, welche Informationen dargestellt werden und welchem Zweck die Skizze dienen soll.

Gleichzeitig bestimmt die zur Verfügung stehende Zeit maßgeblich den möglichen Detailgrad einer Skizze.

Je mehr Zeit für ihre Erstellung zur Verfügung steht, desto detailreicher können Geländeformen, Objekte, Bezugspunkte und zusätzliche Informationen dargestellt werden.

Die verfügbare Zeit bestimmt damit gewissermaßen die „Tiefe“ einer Skizze: Unter Zeitdruck muss sie sich auf das Wesentliche beschränken, während bei ausreichendem Zeitansatz eine deutlich umfangreichere und differenziertere Darstellung möglich ist.

Eine Skizze muss dabei keine künstlerisch ausgearbeitete Zeichnung sein. Entscheidend ist vielmehr, dass sie übersichtlich, eindeutig und auf das Wesentliche reduziert ist.

Der Ersteller selbst, aber auch Dritte, sollten die dargestellten räumlichen Zusammenhänge möglichst schnell erfassen und die enthaltenen Informationen eindeutig zuordnen können.



Der Centerpoint als gemeinsamer Bezugspunkt


Sowohl beim sportlichen PRS- und Long-Range-Schießen als auch im jagdlichen Bereich kann es beim Erstellen einer Skizze von Vorteil sein, bereits zu Beginn einen Centerpoint festzulegen und deutlich einzuzeichnen. Dieser dient dem Schützen selbst, aber auch anderen Personen, die mit der Skizze arbeiten, als zentraler räumlicher Bezugspunkt.

Als Centerpoint eignet sich eine markante und möglichst eindeutig erkennbare Geländeform oder ein auffälliges Objekt, das sich relativ zentral innerhalb des relevanten Beobachtungs- und Zielbereiches befindet. Dies kann beispielsweise ein einzelner Baum, ein markanter Felsen, eine Geländekante, ein Gebäude, ein Hochsitz, ein auffälliger Pfosten oder ein anderes dauerhaft und eindeutig identifizierbares Merkmal sein.

Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass dieser Punkt als visueller Ausgangspunkt für die Orientierung innerhalb des dargestellten Bereiches genutzt werden kann. Statt jedes Ziel oder jeden relevanten Punkt unabhängig voneinander neu suchen zu müssen, kehrt der Schütze zunächst zum bekannten Centerpoint zurück und orientiert sich von dort aus weiter.

Im sportlichen Long-Range- oder PRS-Schießen kann der Centerpoint innerhalb einer Range, Stage oder Schießbahn als zentraler Bezugspunkt dienen. Ziele können anschließend relativ zu diesem Punkt beschrieben und in der Skizze angeordnet werden, beispielsweise links oder rechts davon, oberhalb oder unterhalb einer markanten Geländelinie oder in Verbindung mit weiteren Landmarken.

Auch im jagdlichen Bereich kann dieses Verfahren die Orientierung erheblich erleichtern. Ein markanter Centerpoint innerhalb des überschaubaren Geländes kann dabei helfen, Beobachtungen, Wildstandorte, Anschüsse oder andere relevante Punkte räumlich schneller einzuordnen und gegenüber Dritten eindeutig zu beschreiben.

Der Centerpoint bildet damit gewissermaßen den Ankerpunkt der Skizze. Von ihm aus können weitere Punkte systematisch ergänzt, beschrieben und später wiedergefunden werden. Gerade in größeren oder unübersichtlichen Geländeabschnitten verbessert dies die Struktur der Darstellung und erleichtert die Orientierung.


Merksatz: Ein eindeutiger Centerpoint schafft einen festen Ausgangspunkt – von dort aus wird der dargestellte Raum systematisch erschlossen.



Sportliches Long-Range- und PRS-Schießen

Im sportlichen Long-Range- und insbesondere im PRS-Schießen kann eine Skizze dazu genutzt werden, eine Stage, eine Schießbahn oder einen größeren Zielbereich übersichtlich zu strukturieren. Bei einer Vielzahl von Zielen bietet sich eine vereinfachte Stage Map beziehungsweise Zielskizze an, in der die Ziele entsprechend ihrer tatsächlichen räumlichen Anordnung dargestellt werden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei markante Gelände- oder Umgebungsmerkmale. Auffällige Felsen, einzelne Bäume und Büsche, Zaunpfosten, Fahrspuren, Baumlinien, Gebäude oder Geländekanten können als eindeutig wiedererkennbare Bezugspunkte dienen. Solche Landmarken ermöglichen es, einzelne Ziele innerhalb eines größeren Beobachtungsraumes schneller wiederzufinden und ihre Lage gegenüber anderen Personen eindeutig zu beschreiben.

Der betrachtete Raum kann zusätzlich durch eine linke und rechte Begrenzung gegliedert werden. Dadurch entsteht ein definierter Zielsektor, innerhalb dessen die relevanten Ziele räumlich eingeordnet werden. Der zuvor festgelegte Centerpoint bildet dabei einen besonders hilfreichen Ausgangspunkt.

Abhängig vom jeweiligen Verwendungszweck können innerhalb einer solchen sportlichen Zielskizze neben der räumlichen Lage weitere Informationen festgehalten werden. Dazu gehören beispielsweise Zielnummer oder Zielbezeichnung, Zielreihenfolge, Entfernung, Zielgröße, Schützenposition, Centerpoint, markante Landmarken und charakteristische Geländemerkmale.

Darüber hinaus kann eine Skizze bereits vorbereitete ballistische Referenzwerte enthalten. Diese können beispielsweise mit einem ballistischen Solver – etwa einem Kestrel – für die jeweiligen bekannten oder gemessenen Entfernungen ermittelt und anschließend unmittelbar dem entsprechenden Ziel in der Skizze zugeordnet werden. Auf diese Weise lassen sich räumliche Orientierung und ballistische Dokumentation miteinander verbinden.

Je nach verwendeter Optik und Absehen können dabei sowohl vorbereitete Einstellwerte als auch entsprechende Haltepunktinformationen dokumentiert werden. Die Skizze wird dadurch zu einer kompakten Informationsgrundlage, in der Zielposition, Entfernung, Zielgröße und die zugehörigen ballistischen Referenzdaten gemeinsam dargestellt werden.

Der praktische Vorteil liegt vor allem in der schnellen Erfassbarkeit. Die relevanten Informationen müssen nicht aus verschiedenen Notizen oder Geräten zusammengesucht werden, sondern können unmittelbar dem jeweiligen Ziel beziehungsweise Zielbereich zugeordnet werden.

Entscheidend ist dabei, die Skizze nicht mit Informationen zu überladen. Die Menge der Eintragungen sollte sich immer danach richten, welche Informationen tatsächlich benötigt werden und wie schnell sie erfasst werden müssen. Eine übersichtliche Skizze mit wenigen klar zugeordneten Angaben ist in der Praxis häufig hilfreicher als eine stark verdichtete Darstellung mit zu vielen Einzelinformationen.

Ziel ist keine maßstabsgerechte technische Zeichnung, sondern eine schnell erfassbare visuelle Darstellung, die den räumlichen Zusammenhang einer Range oder Stage verständlich macht und relevante Zusatzinformationen sinnvoll mit diesem räumlichen Bild verbindet.



Jagdliches Schießen

Im jagdlichen Bereich verschiebt sich der Schwerpunkt. Hier dient eine Skizze weniger der strukturierten Darstellung einer Wettkampf-Stage, sondern insbesondere der Orientierung, Dokumentation und eindeutigen Weitergabe von Beobachtungen im Gelände.

Bereits vom Ansitz oder Stand aus können markante Geländepunkte, Wege, Waldränder, Freiflächen, Schneisen, Gebäude oder andere eindeutig erkennbare Merkmale als Bezugspunkte genutzt und in einer einfachen Ansichtsskizze festgehalten werden. Ergänzend können die vom eigenen Standort aus ermittelten Entfernungen zu diesen markanten Punkten unmittelbar in die Skizze eingetragen werden.

Das Anfertigen einer solchen Ansichtsskizze ist auch dann sinnvoll, wenn der betreffende Gelände- und Beobachtungsbereich anschließend fotografisch dokumentiert werden soll. Die zuvor erstellte Skizze dient dabei als Arbeitsgrundlage, um die bereits erfassten Zusatzinformationen anschließend eindeutig und korrekt auf ein reales Foto dieses Bereiches zu übertragen.

Die im Gelände sichtbaren Merkmale – beispielsweise Wege, Waldränder, Schneisen, Gebäude oder markante Geländeformen – müssen dabei nicht erneut auf das Foto übertragen werden, da sie dort bereits unmittelbar und in wesentlich höherer Detailgenauigkeit dargestellt sind. Sie können jedoch auf dem Foto markiert, bezeichnet oder als Bezugspunkte klassifiziert werden.

Von besonderem Wert sind vielmehr jene Informationen, die das Foto allein nicht enthält. Dazu gehören beispielsweise die vom eigenen Standort aus ermittelten Entfernungen, die Zuordnung bestimmter Entfernungen zu markanten Bezugspunkten, der zuvor festgelegte Centerpoint sowie weitere für den jeweiligen Anwendungszweck relevante Zusatzinformationen.

Ebenso können bereits ermittelte ballistische Referenzwerte den entsprechenden Entfernungen oder Bereichen zugeordnet werden. Hierzu können beispielsweise zuvor mit einem ballistischen Solver – etwa einem Kestrel – berechnete Schusslösungen in Form der jeweils verwendeten Einstellwerte, beispielsweise in Klicks oder Mil, beziehungsweise entsprechende Haltepunktinformationen dokumentiert werden. Diese Informationen lassen sich anschließend von der Ansichtsskizze auf das Foto übertragen und dort eindeutig den jeweiligen Bereichen beziehungsweise Entfernungen zuordnen.

Der zuvor im Gelände festgelegte Centerpoint kann ebenfalls auf das Foto übertragen und eindeutig gekennzeichnet werden. Er behält damit seine Funktion als zentraler visueller Bezugspunkt, von dem aus weitere Bereiche, Entfernungen oder Ziele räumlich zugeordnet werden können.

Auf diese Weise ergänzen sich Ansichtsskizze und digitale Fotografie sinnvoll. Die Ansichtsskizze dient zunächst der strukturierten Erfassung der vor Ort gewonnenen Informationen. Das anschließend verwendete Foto liefert dagegen eine wesentlich detailreichere und realitätsnahe Abbildung des tatsächlichen Beobachtungsbereiches. Durch die Übertragung der zuvor ermittelten Zusatzinformationen entsteht schließlich eine dokumentierte Darstellung, welche die Genauigkeit eines Fotos mit den vor Ort erhobenen Daten der Skizze verbindet.



Arbeiten mit

einem Grid

Sowohl bei einer Ansichtsskizze als auch bei einer digitalen Fotografie des Beobachtungs- und Zielbereiches kann die Verwendung eines Grids (Rasters) von Vorteil sein. Hierzu wird die Darstellung in gleichmäßig angeordnete Felder unterteilt und über die X- und Y-Achse eindeutig klassifiziert.

Die einzelnen Rasterfelder können beispielsweise mit Kombinationen wie Alpha 1, Alpha 2, Alpha 3, Alpha 4, Alpha 5 sowie Bravo 1, Bravo 2, Bravo 3, Bravo 4 usw. bezeichnet werden. Dabei kennzeichnet beispielsweise eine Achse die Buchstaben und die zweite Achse die fortlaufenden Zahlen.

Durch diese Einteilung erhält jeder Bereich der Ansichtsskizze beziehungsweise des Fotos eine eindeutige räumliche Adresse. Ein Ziel, ein Beobachtungspunkt oder eine andere relevante Position muss dadurch nicht ausschließlich über eine längere Beschreibung eines Geländemerkmals angesprochen werden, sondern kann zusätzlich einem bestimmten Rasterfeld zugeordnet werden.

Gerade bei größeren, strukturreichen oder schwer überschaubaren Beobachtungsbereichen kann dies die Ansprache, Zuordnung und das Wiederfinden bestimmter Ziele oder Bereiche deutlich erleichtern. Statt beispielsweise einen Punkt ausschließlich mit „rechts neben dem einzelnen Baum unterhalb der Geländekante“ zu beschreiben, kann zunächst das betreffende Grid-Feld genannt und die weitere Beschreibung anschließend innerhalb dieses deutlich kleineren Bereiches vorgenommen werden.

Besonders sinnvoll ist es, für die Ansichtsskizze und das später verwendete Foto dasselbe Grid-System zu verwenden. Informationen, die zunächst im Gelände in der Skizze einem bestimmten Rasterfeld zugeordnet wurden, können dadurch später wesentlich einfacher auf die fotografische Darstellung übertragen und dort wiedergefunden werden.

Das Grid ergänzt damit den bereits beschriebenen Centerpoint. Während der Centerpoint einen zentralen visuellen Ausgangspunkt für die Orientierung bildet, unterteilt das Grid den gesamten Beobachtungs- und Zielbereich zusätzlich in eindeutig bezeichnete Teilbereiche. Beide Verfahren können miteinander kombiniert werden und erhöhen insbesondere bei komplexeren Darstellungen die Übersichtlichkeit und Wiedererkennbarkeit.

Auch unabhängig von einer späteren fotografischen Dokumentation kann ein Grid innerhalb einer Ansichtsskizze hilfreich sein. Es unterstützt eine strukturierte Beschreibung des Beobachtungsraumes und schafft eine gemeinsame Systematik, wenn mehrere Personen mit derselben Skizze arbeiten oder Informationen untereinander austauschen.

Insbesondere bei regelmäßig genutzten Ansitzen oder bekannten Jagdbereichen kann eine solche Skizze zusätzlich mit weiteren Informationen ergänzt werden. Neben dem eigenen Standort beziehungsweise Ansitz können beispielsweise bekannte Entfernungen zu markanten Punkten, charakteristische Geländeformen, Blickrichtungen und weitere Orientierungspunkte eingetragen werden.

Eine besondere Bedeutung erhält die Skizze nach einer Schussabgabe, wenn ein Stück nicht unmittelbar am Anschuss liegt. In diesem Fall ist es wichtig, sich die Position des Wildes beim Schuss, die eigene Blickrichtung, markante Geländeformen sowie die Fluchtrichtung möglichst genau einzuprägen und gegebenenfalls zeichnerisch festzuhalten.

Eine Anschussskizze kann dadurch helfen, die ursprüngliche Situation auch später nachvollziehbar darzustellen. Eigener Standort, markanter Bezugspunkt beziehungsweise Centerpoint, Blickrichtung, Entfernung, Anschuss, Position des Wildes bei der Schussabgabe und Fluchtrichtung können dabei in einer übersichtlichen Darstellung zusammengeführt werden.

Dies kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Informationen an Jagdkameraden oder ein Nachsuchengespann weitergegeben werden müssen. Je eindeutiger die räumlichen Zusammenhänge dargestellt sind, desto leichter kann die ursprüngliche Situation nachvollzogen werden.

Die jagdliche Skizze kann somit mehrere Funktionen gleichzeitig übernehmen. Sie kann der Orientierung, Vorbereitung, Dokumentation und späteren Rekonstruktion einer Situation dienen.

Dabei gilt auch hier: Die Skizze soll nicht möglichst kunstvoll, sondern möglichst eindeutig sein. Wenige klar dargestellte Informationen sind wertvoller als eine detailreiche Zeichnung, deren wesentliche Aussagen nicht unmittelbar erkennbar sind.



Gemeinsame Grundlage –

unterschiedlicher Zweck


Sportliches und jagdliches Schießen nutzen somit dieselben zeichnerischen Grundlagen, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.

Im Long-Range- und PRS-Schießen steht die strukturierte Darstellung von Zielraum, Zielreihenfolge, Centerpoint, Landmarken sowie gegebenenfalls ergänzenden Ziel- und Ballistikdaten im Vordergrund.

Im jagdlichen Bereich liegt der Schwerpunkt stärker auf Geländeorientierung, Dokumentation und – insbesondere nach einer Schussabgabe – auf der eindeutigen Darstellung von Standort, Anschuss, Blick- und Fluchtrichtung sowie markanten Bezugspunkten.

In beiden Bereichen kann die Skizze zusätzlich als kompakte Informationsplattform dienen, in der Entfernung, Zielgröße, Orientierungspunkte, Grid-Zuordnung und vorbereitete ballistische Referenzwerte gemeinsam dargestellt werden.

Die zeichnerische Methode bleibt dabei weitgehend gleich. Welche Informationen in die Skizze aufgenommen werden, richtet sich nach der jeweiligen Aufgabe, der verfügbaren Zeit und dem gewünschten Detailgrad.

Genau darin liegt der praktische Wert einer gut aufgebauten Skizze: Sie reduziert einen komplexen räumlichen Eindruck auf wenige, schnell erfassbare und eindeutig zuzuordnende Informationen und schafft damit eine gemeinsame visuelle Grundlage für den Ersteller selbst sowie für Dritte.

Man unterscheidet zwischen Grundriss- und Ansichtsskizzen. Grundrissskizzen werden in Gelände- und Wegeskizzen unterteilt. Die Ansichtsskizze bildet den Schwerpunkt dieses Kapitels.

Die folgenden Hinweise vermitteln allgemeine Grundlagen für das Anfertigen übersichtlicher und aussagekräftiger Skizzen.

Der praktische Wert einer Skizze ist trotz oder gerade wegen der gegenwärtig hochtechnisierten Zeit weiterhin hoch. Technische Hilfsmittel können ausfallen, ihr Einsatz kann unverhältnismäßig aufwendig sein oder sie stehen im entscheidenden Moment schlicht nicht zur Verfügung.

Das Erstellen von Ansichts- und Grundrissskizzen ist eine nützliche Grundfertigkeit für alle, die Beobachtungen und räumliche Zusammenhänge nachvollziehbar dokumentieren möchten. Entscheidend ist eine einfache, systematische Zeichentechnik, die auch ohne besondere Vorkenntnisse erlernt und durch regelmäßiges Üben verbessert werden kann. Dieser Blog-Beitrag gibt Anleitung und Hilfestellung für das Erlernen und Erstellen einfacher Zeichnungen und Skizzen.

Zeichnen ist leichter, als es zunächst erscheint. Der Zeichner benötigt in erster Linie den Willen, ein Motiv gut zu zeichnen, sowie Geduld mit sich selbst. Zeichnerische Fehler bieten immer die Chance, besser zu werden. Der Zeichner muss lediglich bereit sein, diese immer wieder zu korrigieren.

Das Zeichnen von Skizzen lässt sich mit einfachsten Mitteln nahezu immer und überall üben. Konsequentes Üben und die regelmäßige Wiederholung von Zeichenübungen führen schnell zu ersten Erfolgen.




Jede Skizze sollte

folgende Angaben enthalten:


  • eine eindeutige Bezeichnung,

  • Standort bzw. Bezugspunkt sowie einen Center-Point,

  • Nordpfeil, Ziele mit Entfernungsangaben sowie numerischer oder alphabetischer Kennzeichnung (Stichwort: Zielsektoren anlegen),

  • Datum und Uhrzeit der Erstellung,

  • Name des für die Skizze Verantwortlichen.




Material


Der materielle Aufwand ist sehr begrenzt. Für das Erstellen einer Ansichts- oder Geländeskizze wird in der Regel lediglich folgendes Material benötigt:

  • Bleistifte (Stärke 3B und 5B)

  • Zeichenpapier (Millimeterpapier, DIN A4, 210 × 297 mm)

  • Spitzer

  • Radiergummi

  • Lineal/Schablone

  • Zeichen-/Klemmbrett






Abbildung unten: Ein wetterfestes Klemmbrett auf dem das Zeichenpapier fixiert werden kann, ist ein universeller Helfer sowohl bei der Erstellung von Skizzen als auch bei anderen Tätigkeiten. Ob selbstgefertigt (Abb. links) oder industriell gefertigt (Abb. rechts): Die Schreib- und Zeichenunterlage erfüllt ihren Zweck.
Abbildung unten: Ein wetterfestes Klemmbrett auf dem das Zeichenpapier fixiert werden kann, ist ein universeller Helfer sowohl bei der Erstellung von Skizzen als auch bei anderen Tätigkeiten. Ob selbstgefertigt (Abb. links) oder industriell gefertigt (Abb. rechts): Die Schreib- und Zeichenunterlage erfüllt ihren Zweck.













Stifthaltung


Die meisten Zeichner halten den Zeichenstift zunächst so, als wollten sie schreiben. Abhängig von der eingenommenen Position kann es jedoch ratsamer sein, den Bleistift wie einen kleinen Stock zu halten: locker im Griff und ohne die Hand zu verkrampfen. Dadurch werden die Striche gleichmäßiger.

Praxisbeispiel: Erstellen von Ansichtsskizzen im Gelände. Zeichnen ist eine Fähigkeit, die sich durch regelmäßige Anwendung und Wiederholung verbessert.



Schreibhaltung; wird in liegender Position meist aus ergonomischen Gründen genutzt.






Die Zeichenhaltung, lockere Stifthaltung.







Praxisbeispiel: Erstellen von Ansichtsskizzen im Gelände. Zeichnen ist eine Fähigkeit, die sich durch regelmäßige Anwendung und Wiederholung verbessert.








Grundlagenübungen


Linien, Kreise und Schraffuren


Durch das Zeichnen von Punkten, Linien und geometrischen Formen lernt der Zeichner das präzise Zusammenspiel von Auge und Hand.

Dabei konzentriert er sich auf den Punkt, an dem die Bleistiftspitze auf das Papier trifft und der Strich entsteht. Anfangs lässt die Aufmerksamkeit schnell nach; hier muss sich der Zeichner immer wieder selbst disziplinieren und die Konzentration aufrechterhalten. Der Blick sollte der Spitze des Bleistifts folgen. So wird die Strichführung sauberer, und die Hand arbeitet genauer.

Es empfiehlt sich, die folgenden Grundübungen fünf bis zehn Minuten vor jeder Skizzenzeichnung durchzuführen.






Übungsbeispiele
















Zeichnen Sie einen Kreis. Versuchen Sie, die Form von Versuch zu Versuch besser abzubilden. Üben Sie so lange, bis die Kreise eine saubere, kreisrunde Form aufweisen. Ist dies erreicht, steigern Sie das Zeichentempo.














Übungsbeispiele


3D-Körper zeichnen


Einfache geometrische Formen bzw. Körper kann der Zeichner durch perspektivische Wiedergabe mit Tiefenwirkung versehen. Schattierungen helfen, diesen Effekt zu verstärken.







Hinweis:


Die oben gezeigten Grundlagen-Zeichenübungen sollten immer auf Papier ohne Hilfslinien durchgeführt werden. Dies erhöht den Übungseffekt.











Übungsbeispiele


Schraffuren






Schraffuren sind die häufigste Methode, um unterschiedliche Hell- und Dunkelwerte (Licht und Schatten) wiederzugeben. Am einfachsten sind Parallelschraffuren aus etwa gleich langen Strichen; mit dieser Art sollte beim Erlernen von Schattierungen begonnen werden. Bei Parallelschraffuren werden die Striche in annähernd gleichem Abstand zueinander und mit gleicher Strichlänge ausgeführt.


Beispiele:


Für einfache und schnelle Schraffuren gibt es, wie unten zu sehen, eine Vielzahl unterschiedlicher Schraffurarten.

Will der Zeichner zügig einen Teilbereich seiner Skizze schraffieren, eignen sich breite Striche mit der Seite der Bleistiftmine am besten.






Will der Zeichner zügig einen Teilbereich seiner Skizze schraffieren, eignen sich breite Striche mit der Seite der Bleistiftmine am besten.






Übungsbeispiele











Die Zentralperspektive


Erst perspektivisches Zeichnen lässt eine Zeichnung räumlich wirken.

Die Regeln sind meist einfach. Um einen perspektivischen Effekt zu erzielen, gibt es allerdings mehrere Möglichkeiten, die Fluchtlinien anzuordnen.

Eine der wichtigsten Regeln des perspektivischen Zeichnens lautet, dass Gegenstände mit zunehmender Entfernung vom Betrachter immer kleiner erscheinen.

Die erste Zeichnung zeigt, wie durch das Festlegen eines Fluchtpunktes und einer Horizontlinie (Abb. 0.0) ein Tiefeneffekt erzeugt wird.



Abb. unten: Grundlage jeder perspektivischen Zeichnung sind eine Horizontlinie und ein oder mehrere Fluchtpunkte.




Abb. unten: Beispiele für eine perspektivische Zeichnung

Hier: eine Pfostenreihe, die vom Standort des Betrachters wegführt und höher ist als dessen eigene Augenhöhe.

Die Pfosten scheinen mit zunehmender Entfernung immer kleiner zu werden. Die Zwischenräume wirken zunehmend enger.






Bei dem unten gezeigten Kubus-Aufriss (Kubus steht in der Geometrie für Würfel; Aufriss bezeichnet vereinfacht eine Parallelprojektion auf eine senkrecht stehende Zeichenebene) vermittelt die Augenhöhe den Eindruck, dass es sich vom Volumen her um ein kleines Gebäude handelt. Die gestrichelten Linien geben die hinteren, nicht sichtbaren Kanten des Würfels wieder.

Die Linien verlaufen nicht parallel zueinander, wie dies bei den Würfeln zu Beginn des Kapitels der Fall ist, sondern laufen den Regeln der Perspektive entsprechend in Richtung der beiden Fluchtpunkte (Abb. 0.0). Senkrechte Linien bleiben senkrecht. Dadurch entsteht für das menschliche Auge der Eindruck von Räumlichkeit.


Abb. unten: Kubus-Aufriss, erstellt unter Zuhilfenahme von zwei Fluchtpunkten.





Eine weitere Regel der perspektivischen Darstellung lautet: Je weiter ein Gegenstand vom Betrachter entfernt ist, desto unschärfer und blasser wird er.

Weiche Konturen kennzeichnen daher weit entfernte Objekte. So entsteht beim Betrachter der Eindruck eines dreidimensionalen Raumes.






Grundlagen der Ansichtsskizze


Die folgenden Bilder zeigen die Entstehung einer Ansichtsskizze. Mit der oben genannten Methode wird eine Landschaft dargestellt, die sich in die Ferne erstreckt. Die zweite Aufnahme darunter zeigt die fertige Skizze.



Abb. unten: Bereits grob erfasste wesentliche Geländemerkmale des Beobachtungsstreifens. Schon in diesem Stadium ist der Versuch zu erkennen, dem Betrachter durch einen der Entfernung angepassten Kontrast räumliche Tiefe zu vermitteln.






Abb. unten: Fertige Ansichtsskizze









Motive anvisieren


Um das Größenverhältnis eines Objektes zum eigenen Standort beim Zeichnen einfach und zügig bestimmen zu können, visiert der Zeichner sein Motiv mithilfe des Bleistifts an.

Hierzu hält der Zeichner den Stift mit ausgestrecktem Arm hoch und schätzt ab, welcher Anteil der Stiftlänge der Größe des anvisierten Gegenstandes entspricht. Anschließend überträgt er die ermittelte Größe auf das Blatt.

Somit verfügt der Zeichner über eine Vergleichslänge, mit der er auch andere Objektmaße seines Motivs vergleichen kann.

Mit diesem Prinzip kann der Zeichner sowohl horizontale als auch vertikale Abmessungen erfassen und Winkel besser einschätzen.

Wichtig hierbei ist, dass der Anwender seinen Standort während der Visierphase nicht verändert sowie seinen Arm und Kopf immer in der gleichen Stellung belässt.



Hinweis:


Viele Zeichner stellen Motive und Gegenstände anfangs deutlich zu klein dar. Hierfür kann auch das oben beschriebene Anvisieren von Objekten verantwortlich sein.

Abhängig von der jeweiligen Entfernung zwischen Zeichner und Motiv werden Gegenstände bzw. Objekte bei dieser Methode erstaunlich klein auf dem Papier wiedergegeben.

Besonders am Anfang der Zeichenausbildung lassen sich zeichnerische Fehler in einem derart kleinen Format nur schwer erkennen und korrigieren.

Bevor mit komplexen Landschaften und Räumen begonnen wird, ist es zweckmäßig, zunächst einzelne einfache Objekte wie Bäume, Büsche, Wiesen, Gebäude und Geländestrukturen zu zeichnen. Zu Anfang sollte großformatig gearbeitet werden. Gegenstände und Objekte dürfen bewusst die gesamte Fläche des Zeichenblattes einnehmen. In großem Format lassen sich Fehler deutlich leichter erkennen und korrigieren.



Einfache Objekte

Bäume und Büsche wirken auf viele Zeichner anfangs zu komplex. Die Kunst einer Ansichtsskizze liegt jedoch gerade in ihrer vereinfachten Darstellung.

Hier ist es meist ausreichend, Grundformen darzustellen. Dies gilt für alle Objekte, die in einer Skizze gezeichnet werden.


Merke:


Vom Groben zum Feinen, von den Umrissen zu den Details.
















Die Rastereinteilung


Eine weitere Hilfestellung kann die Nutzung von Skizzenpapier mit Rastereinteilung sein. Das Raster erleichtert dem Anwender die Zuordnung bzw. Positionierung markanter Objekte auf dem Papier.

Zum einfachen Üben bietet sich beispielsweise die unten gezeigte Geländedarstellung mit Raster als Motivvorlage an.



Um den Bildausschnitt einer Ansichtsskizze festzulegen, gibt es unterschiedliche Methoden. Eine der einfachsten besteht darin, das Zeichenpapier mit ausgestrecktem Arm in die Beobachtungsrichtung zu halten.

Dabei sucht man mit der linken und rechten Kante des Zeichenpapiers nach markanten Merkmalen im Beobachtungsraum, die den Bildausschnitt begrenzen.

Im Anschluss werden diese Merkmale auf das Zeichenpapier übertragen. Danach erfolgt das Einbringen charakteristischer Geländeformen und Geländebedeckungen.

Beschriftungen erfolgen oberhalb der Horizontlinie oder mittels Nummerierung. Dabei ist darauf zu achten, dass die Skizze übersichtlich und lesbar bleibt.


Hinweis:


Die einfachste Art, ein Motiv bzw. einen Bildausschnitt zur Übung auszuwählen, besteht darin, aus einem Fenster zu blicken.

Das Fenster liefert unmittelbar einen Rahmen für das Motiv und nimmt dem Zeichner diese erste Entscheidung beim Üben ab.

So lassen sich an vielen Orten auf einfache Weise die Fähigkeiten im Zeichnen von Ansichtsskizzen verbessern.







Übungsbeispiel


Abb. unten: Motivvorlage mit Rastereinteilung (Mittelteil)






Abb. unten: Angefertigte Ansichtsskizze zur Übung, Zeitansatz ca. 45 Min.






Beispiel


Abb. unten: Motivvorlage Gebäudeansicht mit Raster-Overlay







Beispiel


Abb. unten: Skizze Gebäudeansicht mit Raster-Overlay










Perspektive



Schematische Zeichnungen helfen Anwendern und Betrachtern zu verstehen, was sie sehen. Diese Zeichnungen stimmen in der Regel nicht zu hundert Prozent mit dem Bildausschnitt überein, den der Mensch mit seinen Augen erfassen kann, besonders wenn er den Blick von rechts nach links und von oben nach unten gleiten lässt.

Das menschliche Gehirn deutet, was wir wahrnehmen, und ergänzt die Wahrnehmung durch Erfahrungswissen, beispielsweise dass Wände üblicherweise senkrecht stehen und Linien gerade verlaufen. Auf diese Weise werden fehlende Informationen ergänzt und Assoziationen mit Bekanntem geschaffen.

Perspektivische Darstellung hat somit viel mit optischer Täuschung zu tun; deren Regeln muss der Anwender kennen.

Das menschliche Auge hat mit wechselnden Perspektiven wenig Probleme. Durch das tägliche Sehen ist es an sich ständig verändernde Perspektiven gewöhnt. Schließlich verändert sich die Ansicht eines Gegenstandes fortlaufend, wenn sich die Position des Betrachters zum Objekt ändert.


Beispiel:


Perspektivische Darstellung eines Straßenzuges mit zentralem Fluchtpunkt. Der Horizont (rote Linie) wurde hier ebenfalls mittig gewählt.




Abb. unten:

Die drei dargestellten Würfel, von denen einer oberhalb und zwei unterhalb der Horizontlinie liegen, zeigen die Technik, die benötigt wird, um auf einer Fläche eine scheinbar dreidimensionale Ansicht zu erzeugen.

Abb. unten:









Ansichtsskizze mit Zaun, sehr einfach gehalten und ohne aufwendige Detaildarstellung.


Die Pfähle sind perspektivisch gezeichnet: Mit zunehmender Entfernung werden sie kleiner und rücken näher zusammen.

Das wenige Gras ist im Vordergrund klarer erkennbar dargestellt als am Ende der Freifläche.

Vor allem der Zaun verleiht der Skizze die notwendige Tiefe.









Grundrissskizzen


Diese werden angefertigt, um:

  • Geländeabschnitte und

  • Wegenetze darzustellen.


Grundsätze


Eine Grundrissskizze ist ein vereinfachtes, sehr grobes Kartenbild eines Geländeausschnittes.

Der Ersteller kann Kartenzeichen in einer stark vereinfachten Form wiedergeben.

Vereinfachte Darstellungen sind zulässig, wenn ihre Bedeutung unmissverständlich ist.

Beschriftungen von Grundrissskizzen erfolgen analog zur Beschriftung einer Karte.

Der Ersteller achtet auf Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Skizze.

Je nach Hauptverwendungszweck der Grundrissskizze (z. B. Gelände-, Orientierungs- oder Wegeskizze) können zusätzliche Erläuterungen notwendig sein.


Dies können sein:


  • Richtungspfeile

  • zusätzliche Entfernungsangaben

  • markante Bereiche

  • nicht einsehbare Bereiche etc.




Abb. unten: Beispiel Geländeskizze

Geländeskizzen enthalten die Merkmale, die für das Zurechtfinden notwendig sind. Sie werden nach dem Gelände oder nach der Karte gezeichnet.









Abb. unten: Beispiel Wegeskizze






Wesentliche Inhalte einer Wegeskizze sind:

 

·        Start- bzw. Zielpunkt und Entfernung

·        Grobe Wegeskizze

·        Start- und Referenzpunkte

·        Richtungspfeile + Entfernungsangaben

·        Nordpfeil

·        Restliches Verkehrsnetz

·        Ortschaften

·        Hochspannungsleitungen

·        Wälder

·        Geländeunebenheiten

·        Ausweichwege

·        Beschriftungen (Ortschaften)









Grundlegende Ratschläge


  • Übung macht den Meister. Mit jeder Zeichnung lernt man etwas dazu.

  • Die Übungen der ersten Seiten dieses Kapitels sind grundlegende Verfahren. Sie immer wieder zu wiederholen heißt, besser zu werden.

  • Sicherheit im Umgang mit Skizzen entsteht aus Übung und der Erfahrung, zeichnerische Aufgaben Schritt für Schritt lösen zu können. Dies gilt auch für das Erlernen grundlegender Zeichenfertigkeiten.

  • Auch im Zeitalter digitaler Hilfsmittel bleibt das Zeichnen von Skizzen eine nützliche und jederzeit verfügbare Methode, um Beobachtungen und räumliche Zusammenhänge festzuhalten.

  • Gehen Sie Skizzen chronologisch an: vom Groben zum Feinen bzw. vom Leichten zum Schweren.

  • Verlieren Sie sich nicht in unnötigen Details.

  • Vergleichen Sie Ihre Skizzen und Zeichnungen mit den Ergebnissen anderer Teilnehmer oder Zeichner.

  • Werfen Sie Ihre Zeichnungen nicht weg. Nutzen Sie sie als Referenzwerte, um nachfolgende Zeichnungen und Ihren eigenen Fortschritt bewerten zu können.





 
 
 

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